Leistenbruch (Hernia inguinalis, Leistenhernie, Inguinalhernie)

Medizinische Fachausdrücke

Leistenbruch (Hernia inguinalis, Leistenhernie, Inguinalhernie)
Lichtenstein-Operation: Offene Operationstechnik mit Kunststoffnetz
TEP, TAPP: Minimal invasive Operationstechniken mit Kunststoffnetz
Shouldice-Operation: "Klassische" offene Operationstechnik ohne Kunststoffnetz
Seit 2007: Neue Technik unter Verwendung des UHS-Kunststoffnetzes
Einklemmung (Inkarzeration)

Definition

Ein Leistenbruch (Leistenhernie, Inguinalhernie, Hernia inguinalis) ist eine sackartige Ausstülpung des Bauchfells durch eine Lücke in der Bauchdecke. Dabei treten Eingeweideteile wie Fettgewebe oder Darmanteile durch die Bruchlücke aus dem Bauchraum aus. Ist ein solcher Bruch, der sich durch eine Vorwölbung im Bereich der Leiste bemerkbar macht, erst einmal entstanden heilt dieser nicht mehr aus, sondern wird aller Wahrscheinlichkeit nach größer werden und zunehmend Beschwerden wie Schmerzen hervorrufen. Komplikationen wie Einklemmung des Bruches mit der Gefahr des Gewebsuntergang sind ebenso möglich. Aus diesem Grunde sollte jeder Leistenbruch operiert werden.

Therapie

  • Minimalinvasives (laparoskopisches) Operationsverfahren (TAPP-Technik)
  • Nahtmethode (Shouldice-Technik)
  • Netzmethode (Lichtenstein-Technik)

Das minimalinvasives (laparoskopisches) Operationsverfahren (TAPP-Technik) bei Leistenbruch (Hernia inguinalis, Inguinalhernie) ist fur Patienten, die bereits einmal oder häufiger an einem Leistenbruch (Hernia inguinalis, Inguinalhernie) operiert worden sind, zu empfehlen. Bei der minimalinvasiven Chirurgie eines Leistenbruches bekommen die Patienten jeweils nur zwei bzw. drei kleine Hautschnitte von bis zu 0,8 cm Länge. Durch diese werden nach Auffüllung des Bauchraums mit CO2-Gas eine Optik, sowie durch weitere Trokare Arbeitsinstrumente eingeführt. Eine Videokamera, die außerhalb des Bauchraumes auf die Optik gesetzt wird, gibt uns eine besonders gute Übersicht des Operationssitus auf dem Monitor. Nun werden von innen im Bereich der Leistenregion die Bauchdeckenlücken dargestellt, bei der Frau das Mutterband und beim Mann die Samenstranggebilde freipräpariert. Auf die Bruchpforte selbst wird dann ein entsprechend großes Kunststoffnetz aufgebracht, das durch einen Arbeitstrokar in den Bauchraum gegeben wurde und mit Klipps fixiert wird. Damit ist die Bauchdeckenlücke in der Leistenregion versorgt, der Leistenbruch (Hernia inguinalis, Inguinalhernie) ist dauerhaft behoben. Das Auftreten eines Rezidives ist nach dieser Methode kaum zu erwarten.  
Vorzüge der laparaskopischen Operation: Keine auffallenden Narben im Leistenbereich Keine oder nur geringe Schmerzen nach der Operation Nach Beendigung der Operation besteht volle Belastbarkeit (Heben von Lasten, Sport ...) Verkürzte ärztliche Behandlungsnotwendigkeit Deutlich verkürzte operationsbedingte Arbeitsunfähigkeit

Nahtmethode (Shouldice-Technik) bei Leistenbruch (Hernia inguinalis, Inguinalhernie)
Durch ca. 5 cm Leistenschnitt mit Versorgung der Bruchlücke (Stabiliesierung der Hinterwand des Leistenkanals) durch zweifache Doppelungsnaht des Gewebes ans untere Leistenband.

Netzmethode (Lichtenstein-Technik) bei Leistenbruch (Hernia inguinalis, Inguinalhernie)
Durch ca. 5 cm Leistenschnitt mit Versorgung der Bruchlücke (Stabilisierung der Hinterwand des Leistenkanals) durch spannungsfreies Überdecken der Bruchpforte mit einem teilresorbierbaren Netz (Ultrapro) ist eine mögliche Alternative zur Endoskopischen Leistenbruch-Operation.